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Vierzig Jahre schaue ich voller Demut und Dankbarkeit auf meine Tätigkeit als Lotse zurück.

In den ersten Jahren habe ich das Pädagogische Meer im Einer befahren. Dabei habe ich einige Klippen und Untiefen kennen gelernt. Mit den Jahren sind die Schiffe immer größer geworden. Die Erkenntnisse aus den Alleinfahrten haben mir dabei sehr geholfen. Klippen und Untiefen wie das Lernfeld-Konzept oder Handlungskompetenz hatte ich schon lange vorher in die Seekarte vermerkt. Auch Eisberge wie Klippert wurden erfolgreich umschifft.

Aber die neuen pädagogischen Klippen und Untiefen, wie Digitalisierung, Diagnostik und individuelle Förderung, finde ich nicht auf meiner Lotsenkarte.

Also heißt es folgerichtig, Abschied nehmen und das Schiff BTA zu verlassen. Der Kapitän und der neue Lotse werden das Schiff in gewohnter Weise durch die pädagogische See navigieren.

Nun ist es an der Zeit Dankeschön zu sagen!

Ein Dankeschön geht an die Bezirksregierung in Münster. Herr Neumann, ich bedanke mich für die vertrauensvolle Unterstützung, für den breiten Rahmen, der mir gewährt wurde. Voraussetzung dafür, dass sich das BTA weiter entwickeln konnte und ich meinen Beruf so ausüben konnte, wie ich wollte. Schön war auch, dass die Behörde in Münster und Düsseldorf weit weg waren.

Ein Dankeschön an den Kreis Borken. Herr Dr. Zwicker, Herr Dr. Hörster, Elisabeth, Norbert und Ingrid, ich habe den Schulträger immer als guten Partner für unsere Schule erlebt. Probleme wurden auf der Ebene der Sachlichkeit diskutiert und man hat immer nach den hitzigen Gesprächen einen Weg gefunden, lachend auseinander zu gehen.

Ein Dankeschön geht an meine drei Chefs. Hans Pelster, Josef Lütkecosmann und Ulrich Kipp. Auch hier gilt, ich wurde nie in meinem Tun eingeengt – im Gegenteil ich fand immer Unterstützer für meine Ideen, die ich umsetzen wollte. Die Kapitäne Josef Lütkecosmann und Ulrich Kipp haben es mir leicht gemacht, das Schiff BTA als Lotse durch die Wogen der pädagogischen See zu steuern.

Ein Dankeschön gilt meiner Kollegin und meinen Kollegen von der erweiterten Schulleitung, die ESeL-Gruppe. Liebe Klassenlehrerin und liebe Klassenkameraden, die Gespräche mit euch haben mir sehr gutgetan. Ich fühlte sehr viel Unterstützung von eurer Seite.

Ein Dankeschön an meine aktiven und ehemaligen Kolleginnen und Kollegen, die mich in meiner aktiven Zeit am BTA begleitet haben. Schön war und ist es, dass ich angenommen wurde, wie ich bin. Ich entschuldige mich bei allen, die ich durch meine Art verletzt habe und deren Kompetenzen und Fähigkeiten ich nicht erkannt habe. Aber eins ist ganz sicher, das BTA würde ohne euch nicht so sein, wie es ist. Danke für alles!

Ein Dankeschön für die gute Seele vom BTA, für die Damen im Büro, liebe Christa, liebe Waltraud und liebe Maria. Ich danke euch, für eure menschliche Art. Ihr wart mein Gewissen, ihr habt mich immer auf wichtige Punkte hingewiesen. Und was für mich wichtig ist, trotz manchmal schwieriger Arbeit habt ihr nie den Humor verloren. Wir haben viel gelacht. Danke, dass ihr es mit mir ausgehalten habt.

Ein Dankeschön an die Männer im Hintergrund der Berufskollegs. Die Zusammenarbeit mit euch hat mir sehr viel Freude bereitet. Ich habe mit Begeisterung euer Teamwork beobachtet und war froh, als ich von euch zum „Hausmeister ehrenhalber“ ernannt wurde. Jahrelang führte mein erster Weg im BTA zur Hausmeisterbude. Ein kurzer Schnack und der erste Lacher des Tages war da. Legendär sind auch die Feste von uns Hausmeistern im Innenhof der Schule.

Ein Dankeschön an die Schulleitungen, der Berufskollegs hier am Campus. Ich bedanke mich für viele Gespräche und Anregungen, die geführt und gegeben wurden. Sie waren eine Hilfe und ich wusste immer, an welcher Stelle ich einen Rat einholen konnte.

Was wäre das BTA ohne Schüler und Schülerinnen? Ich hoffe, dass die jungen Menschen einen Lernort vorgefunden haben, der sie auf einem Teil ihres Lebensweges gut begleitet hat. Ich wünsche mir, dass viele von euch an den Lernort BTA zurückdenken und das lebenslange Lernen im Griff haben. Auch den Eltern unser Schüler und Schülerinnen gilt mein besonderer Dank. In schwierigen Situationen habe ich eine Elternschaft erlebt, die auch für die Probleme der Schule ein offenes Ohr hatten und sich aktiv an den Lösungen beteiligt haben.

Bei der dualen Ausbildung danke ich auch den Ausbildungsbetrieben. Hier besonders den Menschen, die meine Ansprechpartner waren, wenn Probleme bei der Ausbildung der jungen Menschen auftraten. Mit viel Engagement wurde den jungen Menschen Hilfe angeboten. Dabei waren die Gespräche sehr offen und menschlich.

Die Mitarbeit im Prüfungsausschuss war immer eine große Freude für mich. Die Prüfungen wurden immer sehr fair und sehr menschlich abgenommen. Neben den Prüfungen wurde auch viel über die Ausbildung allgemein diskutiert. Aus diesen Gesprächen habe ich viel für meinen Unterricht mitgenommen. Ich danke für den Prüfungsausschuss für die freundliche Aufnahme und dass ich mehr sein durfte als nur der Lehrervertreter. Vielen Dank.

Schule allgemein ist etwas sehr Schönes. Man hat Begegnungen, mit denen man nicht rechnet. Die Partnerschaft mit der ZSP-Schule in Chodziez hat mir sehr viele schöne Stunden geschenkt. Arbeitstreffen und persönliche Begegnungen haben die Partnerschaft zwischen den beiden Schulen vertieft und eine Freundschaft wachsen lassen. Liebe Freunde aus Chodziez – vielen Dank für die tollen Begegnungen und die schönen Stunden, die Barbara und ich mit euch erleben durften. Ich hoffe, dass nach Corona noch viele Treffen folgen werden.

Ein ganz besonderer Dank gilt meiner Familie. Sie musste es vierzig Jahre mit einem Lehrer aushalten. Ich hoffe, ich bin euch nicht zu sehr auf die Nerven gegangen und habe mein Lehrergen ein wenig zurückhalten können. Ich habe versucht das typische Lehrerverhalten, alles besser zu wissen, zurückzuhalten, aber gelungen ist es mir nicht immer. Euer Gefühl und Gespür sagte euch immer, wenn bei mir etwas nicht stimmte. Für das Zuhören und euren Rat möchte ich mich herzlich bedanken.

Ein letzter Dank gilt den Kollegen und Kolleginnen, die sich in den letzten Wochen intensiv mit meiner Verabschiedung beschäftigt haben. Leider konnte die Verabschiedung nicht wie gewollt stattfinden. Ich werde natürlich nicht so einfach gehen und werde mit euch meine Verabschiedung noch feiern. Ich gehe davon aus, dass ich mit der Schulleitung und dem Lehrerrat einen Weg finden werde, um mein Vorhaben um zu setzen.

Besonderes bedanke ich mich bei den Menschen, die ich in meiner Aufzählung vergessen habe.

Jetzt ist die Zeit gekommen, wo sich eins meiner Sprichwörter für mich erfüllt:

      „Man wird weinen, wenn man zum Berufskolleg für Technik Ahaus gehen muss.
      Aber man wird noch mehr weinen, wenn man es verlassen muss!“

Es stimmt, ich habe geweint, als ich vom Mittelrhein nach Ahaus musste. Ich habe noch mehr Tränen verdrückt, beim Schreiben dieser Zeilen.Viele fragen sich nun, was macht Alfred denn jetzt. Kein Problem, ohne Wartezeit habe ich einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Ab dem 1. Februar 2022 bin ich „freier“ Mitarbeiter bei der Barbara GmbH. Ich freue mich schon auf diese neue Stelle. Hier werde ich mich der Schmiedekunst, dem Kochen und dem Landschaftsbau widmen. Meine neue Chefin legt großen Wert auf den Begriff frei. Ich bin gespannt, was auf mich zukommt.Ich danke dem Herrgott, dass er alles so gefügt hat und ich bei guter Gesundheit mein Leben so leben durfte – danke euch allen.

Euer Alfred Kruft

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