Berufliches Gymnasium (Informatik)

Eingangsvoraussetzungen

Die Berechtigung zum Eintritt in die Jahrgangstufe 11 besitzen Schülerinnen und Schüler

  • der Hauptschule, der Realschule, der Berufsfachschule, der Gesamtschule mit Fachoberschulreife und Qualifikationsvermerk
  • des Gymnasiums mit einem Versetzungszeugnis nach Klasse 11 (G9) bzw. mit der Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe nach Klasse 9 (G8)

Bildungsziel

Dieser Bildungsgang führt zur allgemeinen Hochschulreife (Abitur) und somit zur vollen Studierfähigkeit und Studienberechtigung für alle wissenschaftlichen Disziplinen an Universitäten und Hochschulen der BRD.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Jahrgangstufe 12 nach zwei Jahren wird der schulische Teil der Fachhochschulreife erworben.

Schwerpunkt Informatik

Im Unterschied zu vielen anderen gymnasialen Oberstufen werden die Leistungskursfächer Mathematik und Informatik schon zu Beginn der Jahrgangsstufe 11 festgelegt und bis zur Jahrgangsstufe 13 jeweils fünfstündig unterrichtet.

Inhalte Mathematik:

  • Aktualisierung und Erweiterung mathematischer Grundfertigkeiten,
  • Kennen lernen mathematischer Modelle,
  • Mathematisierung technischer Probleme,
  • Modellbildung gesellschaftlicher Zustände,
  • Einblicke in die Mathematik als deduktiv arbeitende Wissenschaft.

Praktische Mathematik wird beim Zeichnen und Ablaufen von Sinuskurven auf dem Schulhof, sowie deren Modellierung mittels Computer-Algebra-System erlernt:

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Im Deutschunterricht beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit technikaffinen Texten, Themen und Aufgabenstellungen, wie Sachtextanalysen und Texterörterungen zur Digitalisierung, Verantwortung der Wissenschaft und Technik oder Chancen und Risiken neuer Technologien. Auch fiktionale Texte werden als Kurzgeschichten, Romane, Dramen oder Erzählungen sowie in der Behandlung von Lyrik aufgegriffen: Zum Beispiel „Leben des Galilei“ von Bertolt Brecht, „Die Räuber“ von Friedrich Schiller, Sten Nadolnys Roman „Die Entdeckung der Langsamkeit“ oder „Der Volksfeind“ von Henrik Ibsen wurden im Rahmen des Zentralabiturs bereits erarbeitet. Naturlyrik von H.M. Enzensberger und Großstadtlyrik verschiedener Autoren waren ebenso Gegenstand des Deutschunterrichts.

Der Unterricht im Fach Gesellschaftslehre mit Geschichte folgt dem Anspruch, aktuelle relevante gesellschaftliche Ereignisse, Phänomene und Probleme zu erarbeiten und deren historischen Wurzeln zu erkunden. Themen sind beispielsweise die Industrialisierung und Globalisierung, die Soziale Frage im Zusammenhang mit heutigen sozialen Sicherungssystemen, die Radikalisierung nationaler Tendenzen sowie das Aufeinandertreffen westlicher und muslimischer Welt, und die Entwicklung, Gegenwart und Zukunft der europäischen Gemeinschaft.

Im Fach Wirtschaftslehre haben die Schülerinnen und Schüler der Unterstufe zu Beginn des Schuljahres zum Beispiel die Möglichkeit, ein Internet-Planspiel durchzuführen. Bei diesem Planspiel agieren die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen auf fiktiven Märkten, die sehr realitätsnahe wirtschaftliche Prozesse abbilden. Hierdurch entwickeln und erlernen die Schülerinnen und Schüler Kenntnisse und Kompetenzen zu wirtschaftlichen Zusammenhängen. Je nachdem, welches Planspiel durchgeführt wird, können die Gruppen nach Abschluss eine Urkunde erhalten.

Inhalte Informatik:

Linux mit seinen zahlreichen Derivaten ist ein UNIX-verwandtes Betriebssystem, das u. a. auch auf PCs einsetzbar ist. Als Open-Source Software geht die Entwicklung ursprünglich auf einen Finnen namens Linus Torvald zurück.

In dem Differenzierungskurs im Rahmen der gymnasialen Oberstufe steht die praktische Arbeit mit dem Betriebssystem am Beispiel von SuSE Linux im Vordergrund, wobei in erster Linie die Zusammenhänge unterhalb der eigentlichen Benutzeroberfläche auf der Ebene der sogen. Shell durchleuchtet werden sollen. Für Konfigurationsarbeiten erlernen die Schülerinnen und Schüler parallel auch den Einsatz aktueller graphischer Linux-Oberflächen.

Nach einer Übersicht über die Organisation des Dateisystems und der Programm- und Prozessverwaltung steht die Installation des Betriebssystems (parallel z. B. zu Microsoft Betriebssystemen) mit vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, dass sie dieses Open Source Produkt auf ihrem PC betreiben können, ohne auf ihr vertrautes Betriebssystem des gegenwärtigen Marktführers völlig verzichten zu müssen. Eingehend werden die Systemstart und –stop Routinen untersucht.  Die Schüler erstellen eigene Init-Skripte, die sie in den Startprozess einbinden.

Desweiteren analysiert der Kurs im Verbund mit anderen Rechnern auf der einen Seite die Möglichkeiten, einen Linux-Client in ein Netzwerk einzubinden, auf der anderen Seite einem Linux-Rechner innerhalb eines Rechnerverbundes Serverfunktionen zu übertragen. Bei diesen Arbeiten spielt das Thema „Sicherheit im Netz“ eine nicht untergeordnete Rolle.

Eine Einführung in die Programmierung von Shell-Skripts (Shellprogrammierung) rundet den Kurs ab.

Die Schülerinnen und Schüler führen die praktischen Arbeiten teils an realen Installationen auf PCs,  teils unter der Virtualisierungssoftware VMware® aus.

 

Veranstaltungen

Neben der Kursfahrt wird das Schulleben durch Projekte, Kooperationen und Veranstaltungen bereichert:

Das Berufskolleg für Technik Ahaus unterstützt als eine von drei Stammschulen in NRW die Aktionstage TeachFuture des MSW NRW . Ziel dieser Aktionstage ist es, Schülerinnen und Schüler an Berufskollegs für das Lehramt technischer Fachrichtungen zu begeistern. Dazu werden am BTA mit den maximal 15 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern Unterrichtsplanungen besprochen, Unterricht präsentiert und reflektiert sowie die FH Steinfurt besucht. Interessierte können sich über die Aktionstage auf der Homepage des ZfsL Münster informieren.

Kooperation des Berufskollegs für Technik Ahaus mit der Fachhochschule Münster auch im Schuljahr 2016/2017

Seit dem Schuljahr 2013/2014 wird besonders interessierten und begabten Abiturientinnen und Abiturienten die Möglichkeit des Schülerstudiums geboten

 Ein Kooperationsvertrag zwischen der FH Münster und dem bta ermöglicht es einigen Schülerinnen und Schülern des Beruflichen Gymnasiums für Informatik jedes Jahr, bereits vor Aufnahme eines Studiums für die Vorlesung „Grundlagen der Programmierung“ eine Prüfung abzulegen. Mit erfolgreichem Bestehen der Prüfung, die identisch zur Abschlussprüfung für die regulären „Erstsemester“ ist, erhalten die Abiturienten Leistungspunkte, die später im FH-Studiengang Wirtschaftsinformatik an der FH Münster anerkannt werden. Die Prüfung für unsere Schülerinnen und Schüler wird in den Räumen des bta dezentral abgelegt. Ein Besuch der Vorlesung in Münster ist möglich, aber nicht notwendig: Das Schülerstudium funktioniert komplett als E-Learning, was den Vorteil bietet, dass kein Unterricht am bta versäumt wird. So ermöglicht diese Kooperation den angehenden Studierenden nicht nur, frühzeitig in eine Fachhochschule Einblick zu nehmen, sondern erleichtert mit den im Informatikunterricht vermittelten fundierten Kenntnissen auch ein späteres FH-Studium.

Bis zum Schuljahr 2014/2015 nutzten schon 19 Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit des Schülerstudiums, auch im laufenden Schuljahr gibt es 10 Interessenten.

 

Über Studienangebote informieren sich die Schülerinnen und Schüler an den regelmäßig stattfindenen Hochschulinformationstagen, z.B. in Münster und Steinfurt. Zudem fand am 20.03.2015 der Hochschulinformationstag aller vier Ahauser Berufskollegs statt, bei dem die zukünftigen Studierenden aus einem umfangreichen Angebot von Fachvorträgen wählen konnten. Der nächste HIT wird voraussichtlich im Jahr 2018 stattfinden.

Auch die Schnuppervorlesung der Aktion „Prof on tour“, die die Schülerinnen und Schüler im November 2014 wahrgenommen haben, bereitet auf das spätere Studium vor. Beim Projekt „Teach Future“ vom ZfsL Münster organisiert wird den Abiturientinnen und Abiturienten der Beruf des Lehrers in technischen Berufen ausgiebig vorgestellt.

Regelmäßig informieren sich die Schülerinnen und Schüler durch den Besuch der CeBIT über Trends und Innovationen im Bereich der Technik und Informatik.

Ein selbstorganisiertes Sportfest der Oberstufe für die Klassen des Beruflichen Gymnasiums fördert das Kennenlernen über die Klassengrenzen hinweg und bietet mit dem Abschlussspiel „Schüler gegen Lehrer“ die Besonderheit, die Lehrer in einer selbstbestimmten Sportart herausfordern zu können.

Termine und weitere Informationen zum Zentralabitur finden Sie auf dem Bildungsportal des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW.