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Die Zusammenarbeit des Berufskollegs für Technik Ahaus und dem ROC van Twente bezieht sich im Kern auf den Austausch von Fachkenntnissen bezüglich beruflicher Arbeits- und Geschäftsprozesse und deren didaktischer Transformation in den beruflichen Unterricht. Auf dieser Grundlage werden gemeinsam Lernsituationen entwickelt, die von den Schülerinnen und Schülern beider Institutionen sowohl theoretisch als auch praktisch umgesetzt werden können.

Eine Aufgabenbearbeitung in Teams, die aus Mitgliedern beider Nationen bestehen, wird dabei favorisiert, weil neben der Fachkompetenz auch die interkulturelle Kompetenz sowie Fremdsprachenkenntnisse gefördert werden können.

 

Fertigungsprojekt „Crossing Wood“

Im Rahmen der Zusammenarbeit beider Bildungseinrichtungen finden bereits seit 2012 Fertigungsprojekte namens „Crossing Wood“ statt, welche auf die Ausgestaltung sowie praktische Umsetzung von nachhaltigen Möbelstücken abzielen. Als konstruktiv sowie fertigungstechnisch herausfordernder Aspekt hat sich dabei die Verwendung der teilweise gebrauchten Rohhölzer und Plattenmaterialien herausgestellt. Diese variieren häufig in ihrer Materialdicke, sind verunreinigt und beinhalten alte Verbindungsmittel wie Schrauben und Nägel.

Die Aufgabenstellung für das aktuelle Schuljahr 2017/18 lautete wie folgt:

Für die Unterrichtsräume der Tischlerklassen sollen multifunktionale Schreibtische geplant und gefertigt werden, die zum einen Platz für die klassische Schreibarbeit ermöglichen und zum anderen auf die Verwendung von Dokumentenkamera sowie Laptop abgestimmt sind. Insbesondere wird auf eine saubere, kaum sichtbare Kabelführung Wert gelegt. Der Arbeitsplatz sollte zudem geordneten Stauraum für kleinteilige Dinge, wie Stifte und Kreide bereithalten. Die abschließbare Unterbringung von Dokumenten in DIN A4 Format ist ebenfalls erforderlich.

Es sind ökologisch hochwertige Materialien, wie Massivholz, Gebrauchtholz oder auch Plattenwerkstoffe mit geringem Bindemittelanteil zu verwenden, die in eine möglichst   ressourcenschonende Konstruktion (Leichtbau) eingebunden werden.

 

 

 

 

 

 

Türblattstapel

Dieser Lehrerarbeitsplatz verkörpert den Upcyclingcharakter fast in Reinkultur. Ausgedienten Türblättern, die eigentlich nur noch auf ihre Entsorgung gewartet haben, wird hier neues Leben eingehaucht. 20 mm starke Gewindestangen fixieren den Türblattstapel, halten Abstand und verleihen ihm damit Gestalt. Entsprechend des Upcyclingsgedankens wird auch der fertigungs-technische Aufwand gering gehalten, beschränkt er sich doch im Wesentlichen auf das computergesteuerte Heraustrennen  rechteckiger Ausschnitte aus den unteren drei Türblättern und den Korpusbau des Containers. Der damit einhergehende, geringe Energieeinsatz sorgt im Zusammenspiel mit der Ressourceneinsparung für einen eher schmalen, ökologischen Fußabdruck des Möbels. Ordnung schafft das Stück durch den eingearbeiteten Kabelschacht samt Klappe und den integrierten Container.

 

Filigranes Gestellmöbel

Über die Verwendung traditioneller, hochfester Verbindungstechniken, wie Schlitz und Zapfen und Fingerzinken gelingt es den Studierenden zum einen, die Bauteile ihres Untergestells schlank auszuformen und ihm zum anderen dennoch eine gute Festigkeit zu verleihen. Noch bemerkenswerter wird dieser Kunstgriff, wenn man bedenkt, dass als hauptsächliches Ausgangsmaterial alte Balkonbekleidungsbretter aus Eiche zur Verfügung standen.  Die Schreib-tischplatte bedient sich sogar der Reste aus der Türblattstapelproduktion ohne an Funktion einzubüßen. Dies gelingt über eine in die Fläche eingelassene Schreibunterlage aus Linoleum, welche die konstruktiv bedingten Unebenheiten im Wortsinn überbrückt. Auch dieser Lehrerarbeitsplatz wird durch einen Rollcontainer vervollständigt, dessen Korpus aus massiver Eiche besteht und einen filigran gearbeiteten Schubkasten für Schreibutensilien beherbergt.  Ein in der Länge durchgehender Kabelkanal, welcher über zwei Klappen zu erreichen ist, sorgt für eine hohe Flexibilität beim Einsatz von Laptop und Dokumentenkamera.